Sonntag, 2. November 2014

Der Wandernde, Der Suchende

Neu an diesem Ort, laufe ich durch diese große Stadt. Mir fremd und doch mit einem Gefühl, dass dies meine Heimat sein könnte. Heimat, welch großes Wort. Heimat für eine Zeit zumindest.
Ich laufe, ziellos und doch auch suchend. Suche nach etwas, das mir fehlt, das mich anzieht. Langsam lerne ich dich kennen, Hamburg!
Kultur! Vielleicht fehlt mir Kultur!? Nicht diese Hochkultur, teure Opern und bilder alter Meister oder moderne, abstrakte Skulpturen, die ich nicht verstehe und ehrlich gesagt auch nicht verstehen will. Nicht die Kultur der Reichen und des Geldes, des Status! Sondern die Kultur, die Kunst, die aus dem Herzen eines menschen, die noch versucht das Leben in dieser Welt zu verstehen, die versucht das Innerste nach Außen zu kehren und einen Sinn in diesem Leben zu finden. Ihm vielleicht auch erst einen Sinn zu geben. Mach was dir gefällt, schaffe, was dich glücklich macht. Glück, musste ich erst schmerzlich erkennen, liegt nicht im schnöden Konsum, nicht in lieblosem Besitz, sondern in der Kreativität. Eben im Schaffen dieser Dinge, die erst dann wirklich Wert besitzen.
Finde Freunde und teilt euer Leben, euer Erleben. Die Freude daran, kann so doch nur größer werden! Äußeren Einfluss zulassen ohne sich beeinflussen zu lassen. Man selbst bleiben und doch wachsen.
Und natürlich, die Liebe... ja, die spielt sicher eine rolle. Doch ist sie zugleich auch am schwersten zu finden, vor allem, wenn man sie sucht. Vielleicht sollte man das auch garnicht erst. Etwas finden, das einen mit Wohlgefühl erfüllt, einfach so durch Zufall. Ist das nicht viel schöner?!
Was suche ich dann? Anschluss? Einen Weg, dem ich folgen kann. Und doch auf diesem Wege fand ich dich. Und mit dir die vage Vorstellung von dem, was Liebe sein könnte. Was eine echte, ehrliche, natürliche Liebe sein könnte. Und das es sowas überhaupt geben könnte. Und das, obwohl ich dich garnicht kenne, nichtmal mit dir geredet habe. Selten ist so ein Moment der klaren, ungeteilten Aufmerksamkeit, aus dem Nicht heraus. Wenn jemand an einem vorbeigeht, man diese Person garnicht sieht und doch spürt, dass es da etwas gibt, eine überraschende Verbundenheit. Und man dann später bei genauem Blick bemerkt, dass es nicht nur Einbildung war. Einseitig vielleicht und mit Sicherheit absurd - nicht wahr? Schön ist der Moment dennoch und ebenso die meisten Gedanken, die ihm entspringen. Hinterlässt es doch diese erfüllenden Gefühle, diesen kleinen Funken Hoffnung. Hoffnung auf Zufriedenheit. Auf mehr sogar. Auch wenn dieser Funke nur ein unbedeutendes Glimmen ist, enstprungen vielleicht sogar nur auf einer Illusion. Doch ehrlich, wen schert es? Nicht jede Idee lässt sich umsetzen, nicht jede Anziehung endet in Beziehung. Und wenn doch einmal, so gibt es davon so viele Ausprägungen. Von Sympathie, einer netten Unterhaltung, einem Treffen, Bekanntschaft, Freundschaft, Verliebtsein, beiderseitigem Verliebtsein bis hin zur Liebe. Und dazwischen noch mehr Graustufen. Das es doch einfach schon schön ist, nur einen Hauch davon spüren zu können. Nicht jede Flamme ist ein Feuer und doch ein kleines bisschen Wärme spendet sie allemal.
Wenn man nicht immer alles erwartet, heißt das ja nicht, dass man nicht alles zulässt! Komme was wolle, genieße es. Auch die schlechten Zeiten, die jeder erlebt. Die Dunkelheit, die jeder einmal spürt.
Und so sitze ich hier im Bedford Café, im nebelhaften Schleier, ob diese Begegnung, das zufällige Kreuzen unserer Blicke Bedeutung besitzt oder nicht.
Ich springe über meinen Schatten und auf die Welle, die dieser Abend mir geboten hat. Enttäuschung oder Erfüllung, das spielt keine Rolle. Nur das Nutzen dieser Chance ist wichtig. Wird es gut, ist es wunderschön, ist es nicht so, bleibt mir die Gewissheit, es versucht zu haben! Mirjam...

(ursprüngliche Idee vom 8.10.2014)

Samstag, 1. November 2014

Das Leid mit der Liebe

Liebe ist eine der treibende Kräfte im Leben eines Menschen. Da bin ich keine Ausnahme, leider(?). Wie lange dauert es, bis man über eine geliebte Person hinwegkommt, wenn diese Liebe unglücklich und ohne Perspektive ist? Nun, mittlerweile sind es schon fast zwei Monate... und obwohl es eine Zeit lang so aussah, als würden diese extremen Gefühle endlich verebben, erlebe ich in den letzten zwei bis drei Wochen das komplette Gegenteil. Das ist das Dumme daran, wenn diese eine Person, die man liebt, den Anschein erweckt, die interessanteste Frau zu sein, der man in seinem Leben je begegnet ist. Und wenn dieser Anschein mehr ist, als eben nur das. Denn wenn man mit dieser Person 30-40 Stunden die Woche mehr oder weniger gemeinsam verbringt, sich unterhält, Spaß hat und lacht, sich einander näher kommt, dann kann man, dann kann ich keinen Abstand herstellen. Selbst wenn diese Person verheiratet ist und kein tieferes Interesse für mich hat. Denn das Loch in meinem Herzen ist wie ein schwarzes, saugt alles auf und will immer noch mehr. Einsam und mit dem Gefühl, von Freunden verlassen zu sein, sehne ich mich nach einem neuen Zentrum in meinem Leben. Ich möchte, dass du es bist, aber du darfst es nicht sein. Und bist es doch... auch wenn es nur freundschaftlicher Natur ist und ich irgendwie auch glücklich damit bin, dich lediglich eine gute Freundin nennen zu können und du mich ebenso als Freund betrachtest. Gerade auch deswegen, als einzige Freundin seit sieben Monaten im hohen Norden, kreisen meine Gedanken um dich und um uns. Die Situation verunsichert mich, aber du gibst mir Kraft und Halt. Ich will weniger von der Liebe zu dir und gleichzeitig mehr von der Freundschaft zwischen uns - ein schmaler Grat...

Freitag, 26. September 2014

Der Cotton Club Hamburg und der Altersschock

Auf meiner beginnenden Odyssee durch Hamburgs Kulturlandschaft führte mich mein Weg vor Kurzem in den "Cotton Club." Dort sollte ein Blues-Musiker namens Sven Ole Lüthke auftreten. Hm, Blues?! Eigentlich genau mein Fall. Musikalisch wurde ich auch nicht enttäuscht. Genau genommen, wurde ich eigentlich garnicht enttäuscht an diesem Abend. Die Musik war toll! Und auch die unangekündigte zweite Band "Memory Four" war garnicht mal schlecht.
Was mich jedoch stark irritierte, war der Altersdurchschnitt der anderen Gäste! Der lag ohne Übertreibung bei 55+ ... In der Tat war ich der einzige männliche Besucher unter 40 (wohl auch unter 50...) und es gab auch nur eine, immerhin recht attraktive, Frau, die ebenso deutlich unter 40 war und das Konzert mit ihrer Mutter(?) besuchte. Ok, nach dem ersten Schock war es mir eigentlich egal - doch sowas hatte ich nicht erwartet. Die Chance neue Bekanntschaften zu machen, musste ich allerdings begraben. Ich bevorzuge doch eher meine ungefähre Altersgruppe.

Nunja, vor dem Konzert war ich noch kurz in einer kleinen Kneipe quasi gegenüber des Clubs. Die beiden weiblichen Bedienungen sprachen Russisch und Ukrainisch miteinander. Ich fand es schön, den beiden zuzuhören, auch wenn ich nicht ein Wort verstanden habe. Eine von beiden wäre sogar mein Typ gewesen, optisch jedenfalls. Aber meine Smalltalk-Künste sind so zusagen nicht existent und somit fiel dieser aus. Und damit alles weitere, möglich oder unmöglich.



Ja, ich weiß. Ich brauche ein besseres Foto-Handy!

Bis denn dann.

Samstag, 20. September 2014

Ein Gedicht

Man kann mich wahrlich nicht als Poeten bezeichnen - das bedeutet aber nicht, dass ich nicht hin und wieder doch ein kleines Gedicht schreibe.

Für S

Ich spaziere durch die Stadt
Flüchte vor meinen wirren Gefühlen
Flüchte vor den zärtlichen Gedanken an dich
Flüchte vor der Angst, dass du mich nicht lieben wirst
Flüchte vor der Gewissheit, dass du mich nicht lieben darfst
Und doch treibt mich jeder Meter, jede Minute, jeder Tagtraum direkt in deine Arme
Ich möchte bei dir sein, dich ansehen und deine Nähe spüren
Ich möchte mich mit dir unterhalten, deinen Worten lauschen, dich mehr und mehr verstehen
Ich möchte dich berühren, dich erst zögerlich umarmen, dann leidenschaftlich küssen
Ich möchte dich lieben, für dich da sein, mit dir das Glück gestalten
Und doch weiß ich, es darf nicht sein. Ich darf dich nicht lieben. Und du darfst mich nicht lieben. Willst und kannst es wahrscheinlich nicht einmal.
Dennoch... auch wenn ich dich, es, nicht haben kann, wünsche ich dir das Beste auf Erden.

Freitag, 19. September 2014

Ideen folgen Taten

Guten Abend!
Darf ich mich vorstellen? Ich bin Karl. Aber das ist natürlich nur ein Pseudonym. Ich bin Jahrgang 1982 und ein Wendekind (falls das überhaupt von Bedeutung sein sollte). Man kann mit Recht behaupten, dass ich in einigen Bereichen zu sensibel und vom Leben überfordert bin. Ich habe seit 2013 ein Diplom in Erziehungswissenschaft und ... ja, das war es dann auch. Ich wohne nun schon fünf Monate in der Hamburger Umgebung, habe hier keine Freunde, erst recht keine Freundin und versuche nun irgendwie, mein Leben auf die Reihe zu bekommen.
Was soll das hier werden? Nun, die kurze Version ist: Ordnung in meinem Kopf schaffen, die Gedanken, die meinen Geist ins Chaos stürzen, strukturieren. Die lange Version ist: Alles niederschreiben, was mich im Leben beschäftigt und versuchen zu verstehen. Die Themen können dabei sehr vielfältig ausfallen - Liebe, Freundschaft, Arbeit, Philosophie, Politik... alles worauf man im Laufe eines Lebens halt so trifft. Widersprüchlichkeiten zwischen Denken und Handeln aufdecken, den Kampf zwischen Herz und Verstand analysieren, Anspruch und Realität erkennen, ... . Im Grunde möchte ich mich verstehen lernen und erkennen, wer ich bin und was ich wirklich will, was mir im Leben wichtig ist.
Folglich werden hier Geschichten aus meinem Alltag auftauchen, aus meiner Vergangenheit und ebenso einiges, das sich nur in meiner Fantasie abspielt.

Lasst die Spiele beginnen.

Bis denn dann - Karl